Abenteuer auf der Bettmeralp
Anspruchsvolle Schweizer Meisterschaften in Marbach
Am Wochenende reiste die Schweizer OL-Elite und rund 1400 Breitensportler*innen ins Entlebuch. In Marbach fanden gleich zwei Schweizer Meisterschaften statt, nämlich im Mitteldistanz-OL (MOM) und im Langdistanz-OL (LOM).
Die OLG Skandia als Verantwortliche für diesen Sportanlass trumpfte gleich für die MOM mit der Marbachegg, einem ganz neu erschlossenen OL Gebiet, auf. Die Teilnehmenden wurden mit der Gondelbahn ins Gelände gefahren, um dann mit Karte und Kompass ihr Bestes zu geben. Das voralpine Laufgebiet mit technisch anspruchsvollen Partien und läuferisch schwierigen Abschnitten forderte die Athleten kartentechnisch wie auch physisch. Kurze Postenabschnitte wechselten sich mit längeren Routenwahlen ab, bei denen oft steile Aufstiege und ebensolche Abfahrten bewältigt werden mussten.
Wenige der 21 anwesenden Wiggertaler konnten sich mit diesem ruppigen Gelände anfreunden und es resultierten gerade mal 4 Top-Ten Plätze. Der Routinier Hans Baumann (H80) aus Rheinfelden löste seine Aufgaben als bester Wiggertaler gewohnt solid, verzeichnete jedoch eine kleine Unsicherheit zu Posten zwei und verpasste das Podest knapp. Auch die Strengelbacherin Elisabeth Haberstich (D65) patzte zu Posten vier und fand sich auf dem 7. Schlussrang, ebenso wie auch der Zofingen Hansruedi Schlatter (H70). Der jüngste Wiggertaler, Maxim Bertschi (Gränichen H12) startete schnell ins Rennen. Doch zu viele Unsicherheiten verwiesen ihn auf Platz 9.
Am Sonntag wurde bei schönstem Herbstwetter zur Königsdisziplin über die Langdistanz-OL gestartet. Mit Bussen erreichten die Läufer*innen das Gebiet Hilferen. Das seit fast 20 Jahren für den OL ungenutzte Laufgelände wechselte sich mit schnell belaufbaren Alpweiden und detailreichen Waldgebieten ab und die vielen Höhenmeter forderten von den Teilnehmenden nochmals alles.
Hans Baumann (Rheinfelden, H80) konnte auf seine lange Erfahrung zählen und sich als einziger Wiggertaler und neuer Vizeschweizermeister eine Medaille sichern. Anton Huser (Staffelbach, HB) verfehlte das Podest knapp und wurde Vierter. Mit dem anspruchsvollen Gelände sehr gut zurecht kam auch der Aarburger Christoph Ruesch (H65), der den Wettkampf auf Rang 5 beendete. Hansruedi Schlatter (Zofingen, H70) erreichte den guten 6. Rang. Knapp verpasste der Zofinger Matthias Althaus (11. Rang) in der stark besetzten HAK- Kategorie die Top-Ten Ränge.
Im Suhrhard war Kompassarbeit gefragt
Mit einfacher Organisation beim Schützenhaus Rupperswil bot die OLG Suhr dem Nachwuchs am Mittwochabend eine weitere Chance, Punkte für die Aargauer Schüler- und Jugendmeisterschaft (McDonald's Cup) zu sammeln. Ausgesteckt war ein altersgerechter und spannender Mitteldistanzlauf im nahen Suhrhard, einem durch die Eisenbahnverbindung Olten-Zürich zweigeteilten Mittellandwald mit einem schachbrettartigen Wegnetz.
So einfach die Orientierung hier auf den ersten Blick erscheint, so konsequent muss sie aber im Gelände mit dem Kompass umgesetzt werden, da der Wald grösstenteils flach ist. Es fehlen die sonst meist sichtbaren und markanten Auffangobjekte und Leitlinien wie Gräben oder Hügel. Eine gute Übung also für die Kids, denn Kompassarbeit ist ein wesentliches Grundelement der wöchentlichen Trainings. Die Erwachsenen konnten in Offen Kategorien starten.
Anouk Bertschi (Gränichen) holte sich als jüngste Wiggertalerin die Maximalpunktzahl bei den D10 ab. Henry Wymann (Rothrist) verpasste über die gleiche Strecke den Podestplatz nur um sieben Sekunden (H10). Für ihn war klar, wo er seine Zeit vergeben hatte. Nach einem sicheren und schnellen Lauf wurde er vor dem letzten Posten unsicher und musste sich neu zurechtfinden. Ähnlich erging es Annalena Zinniker (Aarburg). Sie lag ihrerseits auf Medaillenkurs (D14), als sie im etwas verwirrenden Schlussteil aus dem Takt geriet. Speziell war, dass es zwei letzte Posten gab und einzelne Kategorien von der Gegenseite her ins Ziel liefen. Joschka Bertschi (H16) war zwar läuferisch der Schnellste unterwegs, aber für den Sieg reichte es nicht ganz. "Einmal nicht genau auf den Kompass geschaut und einmal 90 Grad falsch weggelaufen", dies war das Fazit des knapp auf den zweiten Rang Verwiesenen. Doch die Form stimmt und Bertschi schaut nach vorne, wo er am kommenden Wochenende am Jugendcup, einem Wettkampf der Schweizer Regionalkader, im ersten Team den Titel verteidigen helfen will. Ein konstantes Rennen zeigte Mia Sommerhalder (Strengelbach) über die gleiche Alterskategorie. Sie wurde gute Sechste (D16). Jan Wullschleger (Strengelbach) reüssierte als Dritter über die längste Strecke bei den H18.
Gut gelang es auch Ronja Frey (Mühlethal) und Julie Huber (Zofingen) im Team sowie Livia Seifert (Aarburg) ihre Kenntnisse vom Schulsporttraining in den Wettkampf zu übertragen. Sie belegten in der Kategorie Offen die vordersten Ränge.
Entscheidung am Linnerberg
Der Aargauer 3-Tage OL machte den traditionellen Auftakt nach der Sommerpause. Der Bussola OK war Organisator dieses beliebten und international besuchten Sommerevents, der mit den 3 Etappen auch zur Aargauer Schüler- und Jugendmeisterschaft ASJM (McDonalds Cup) zählte. So lud der Veranstalter ins Schenkenbergertal nach Schinznach und präsentierte dem OL-Volk ein spannendes Programm.
Mit der 1. Etappe am Freitagabend eröffnete ein Sprint-OL den Wettkampf. Der Start erfolgte im Gartencenter Zulauf und führte auf verschiedenen Routen in den Dorfkern. Rasche Richtungswechsel zwangen zu einem Stopp & Go.
Die 2. Etappe, ein Mitteldistanzlauf am Chestenberg in Möriken-Wildegg, folgte am Samstagnachmittag. Das Laufgebiet, im westlichen Teil des Jurabergs mit Felseinschnitten, vielen Kuppen und Senken war knifflig zu meistern und erforderte eine gute Routenwahl. Viel Grün und hohe Brennnesseln bremsten manchen Laufenden ab.
Der Langdistanz auf der letzten Etappe am Sonntagmorgen um den Linnerberg wurde zur grössten Herausforderung, denn es war nach einem langen Anmarschweg an den Start nochmals viel Elan für den technisch und physisch anspruchsvollen Lauf gefordert. Steile Hänge mit fein strukturiertem Gelände wechselten sich ab. Ein starkes Gewitter erschwerte die Bedingungen.
Die teilnehmenden 36 Wiggertaler zeigten tolle Leistungen. Der Kaderläufer Joschka Bertschi (Gränichen) dominierte in der Kategorie H16 klar und mit drei fehlerfreien Etappen durfte er sich verdient zuoberst aufs Treppchen stellen. Auch Routinier Hans Baumann (H80, Rheinfelden) holte sich mit konstanten Leistungen den Gesamtsieg. Die Staffelbacherin Lily Husner navigierte konzentriert und sicher durch ihre D60 Bahnen und holte sich die Silbermedaille. Der Zofinger Matthias Althaus (HAM) konnte den letzten Lauf als Zweiter beenden und so in der Gesamtwertung auf Platz 5 vorrücken. Rang 5 resultierte auch für Barbara Zinniker (Aarburg, D55), Rosmarie Krummenacher (Oftringen, D70) und für die jüngste Wiggertalerin, Anouk Bertschi (Gränichen/D10). Nebst 9 weiteren Topten-Rangierungen im Gesamtklassement, glänzten neben Joschka Bertschi und Hans Baumann ausserdem Christoph Ruesch (Aarburg/H60), Anton Husner (Staffelbach/H65) und Christian Bertschi (Küngoldingen, OM) mit wertvollen Tagessiegen. Die Jugend erkämpfte sich wertvolle ASJM-Punkte und konnte sich durchwegs auf der Gesamtpunkteliste nach vorne schieben
Alpine OL-Woche rund um Arosa
Die Swiss Orienteering Week ist ein Mehrtage-OL in alpinem Gelände und verbindet Ferien mit Sport und Abenteuer. Nach St. Moritz im 2016 und Gstaad im 2019 lockte das Saisonhighlight Teilnehmende aus 23 Nationen nach Arosa. Die durch Zielstrebigkeit, Einsatzwillen und unerschütterlicher Zuversicht geprägte Vorbereitung und Durchführung wurde noch zusätzlich durch Corona Massnahmen erschwert.
Der Anlass aber war geprägt von Wetterglück. Doch die erste von insgesamt 6 Etappen wurde am Sonntagnachmittag noch bei Regen lanciert. Beinahe mystisch mutete der Startbereich für den Waldsprint im Eichhörnchenwald an. Danach wurden die Läufer nach kurzer, offener Partie in ein feincoupiertes, technisch schwieriges Gelände zum urbanen Schlussteil geführt. Bei diesem abwechslungsreichen und fulminanten Auftakt fühlte sich Eveline Husner, Staffelbach (DAL), in ihrem Element und sicherte sich mit dem 2. Platz den Gang an die abendliche Rangverkündigung. Annalena Zinniker, Aarburg, verlor zwar läuferisch etwas Zeit auf die Schnellsten bei D14, konnte sich aber dank einer technisch versierten Leistung auf Platz 5 positionieren. Zufrieden mit ihrem Lauf bedauerte sie dennoch die drei Sekunden, die aufs Podest fehlten. Ein erneut tolles Rennen zeigte Zinniker auch an der zweiten Etappe oberhalb von Valbella, erreichbar ab Arosa mit den Bergbahnen. Im zwar weit überschaubaren, aber dennoch im Detail diffizilen Gelände mit Alpenrosen und Geröllfeldern lief sie auf Rang 7.